Dienstag, 1. Oktober 2013

Innengehege


Käfige sind also keine kaninchengerechte Unterbringung. Wie kann man nun dann seinen Kaninchen einen Platz schaffen, am dem sie sich wohl fühlen und einige ihrer natürlichen Verhaltensweisen ausleben können?

Am einfachsten können Sie mit sog. Freilaufgittern einen Raum für die Kaninchen abzäunen, so ist relativ schnell ein Innengehege geschaffen. Wer es etwas wohnlicher haben möchte, kann als Alternative auch Elemente aus Holz nehmen, die es bereits ebenfalls schon im Internet fertig zu kaufen gibt. Mit beiden Varianten haben Sie die Möglichkeit, das Gehege flexibel an Ihre Wohnbedingungen anzupassen, so dass es sich als ein natürliches Element in die Wohnumgebung einpasst.

Mehrstöckige Käfige aus dem Fachandel sind nicht zu empfehlen, da sie immer noch viel zu wenig Platz bieten und Kaninchen die 4qm auf einer Ebene benötigen, um ausreichend laufen zu können.Es empfiehlt sich, als Untergrund einen abwischenbaren Bodenbelag wie z.B. PVC zu nehmen, dies erleichtert Ihnen die Reinigung und wenn mal etwas daneben geht, dann bleiben keine riechenden Flecken zurück, denn nicht alle Kaninchen werden stubenrein. Die meisten jedoch benutzen eine Toiletten, so dass hier eine Katzentoilette wunderbare Dienste leisten kann (aber auf gar keinen Fall Katzenstreu einstreuen!).Damit die Kaninchen ein wenig Halt auf dem Boden finden, kann man kleine Baumwollteppiche auslegen, die sich leicht waschen lassen. Als Häuser lassen sich leicht Pappkartons nehmen, denn Versteckmöglichkeiten dürfen in keinem Kaninchengehege fehlen. Heuraufe, Futterstelle und verschiedene Spielmöglichkeiten ergänzen dann das Gehege zu einem super Kaninchenheim.

Wem ein Gehege zu platzraubend ist, kann auch ein ganzes Zimmer kaninchensicher machen und die Kaninchen frei im Zimmer leben lassen. Hierfür müssen Sie sich jedoch sehr gut über alle möglichen Gefahrenquellen wie Steckdosen, Kabel, Zimmerpflanzen etc. bewusst sein und diese im Vorfeld beseitigen. Dann können Ihre Kaninchen ein glückliches Leben mit Ihnen gemeinsam führen!

 photo 17_zpsb8a5e5dd.jpg  photo 16_zps383b5922.jpg
 photo 17_zpsb8a5e5dd.jpg  photo 16_zps383b5922.jpg

Aussengehege


Auch hier gilt- je größer desto besser, denn gerade im Winter ist es für Kaninchen wichtig, sich warm laufen zu können. Eine 2. Ebene im Gehege ist zwar sehr schön für die Aussicht der Kaninchen, wird aber aus vorgenannten Gründen nicht bei den Grundquadratmetern mit eingerechnet.

Das gesamte Gehege sollte mit Volierendraht gesichert werden der mindestens 1,45mm stark ist und die Maschenweite darf nicht grösser als 19mm sein, damit der Draht sowohl von Kaninchen als auch von Mardern, die größten Fressfeinde der Kaninchen, nicht durchgebissen werden kann. Der sogenannte Kaninchendraht ist nicht sicher! Das Gehege muss ein- und ausbruchsicher sein, so können die Kaninchen sich nicht ausbuddeln oder Fressfeinde nicht eindringen. Das heisst es muss sowohl nach oben als auch nach unten komplett gesichert sein- nach unten entweder z.B. durch Gehwegplatten (haben den Vorteil, dass die Kaninchen das Gehege nicht mit Tunneln untergraben können und bei Parasitenbefall z.B. eine schnelle Desinfektion möglich ist) oder durch oben genannten, entsprechenden Draht, der in die Erde eingegraben wird (ca. 80 cm sind empfehlenswert) und sicher mit den Seiten verbunden ist. Nach oben kann das Gehege z.B. auch mit Draht oder Holz/ Teerpappe oder Wellblech-Konstruktionen gesichert werden. Ein Netz ist nicht sicher! Empfehlenswert ist es, das Gehege zu 100% zu überdachen, damit die Tiere einen trockenen Rückzugsbereich haben.


Auf jeden Fall muss im Gehege ein isolierter Stall enthalten sein, in den die Tiere sich im Winter zurückziehen können. Dieser sollte dick mit Stroh ausgelegt werden. Als Faustregel gilt: Grundsätzlich darf das Gehege keine Lücken haben durch die ein Hühnerei passt, denn da würde auch ein Marder durchpassen.

Unter Berücksichtigung dieser Kriterien können Ihre Kaninchen sich sicher und wohl fühlen und sie können das ganze Jahr über in artgerechter Umgebung ihr Kaninchensein geniessen!


 photo 17_zpsb8a5e5dd.jpg  photo 16_zps383b5922.jpg
 photo 17_zpsb8a5e5dd.jpg  photo 16_zps383b5922.jpg

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Vermehrtes Wasserlassen (Polyurie)
  • Verstärkter Durst (Poydipsie)
  • Verstärkter Appetit und eventuell auffällige Fressgewohnheiten (z.B. wenn das Kaninchen beginnt, die Einstreu im Stall zu fressen)
  • Abmagern, obwohl das Kaninchen viel frisst

Würmer


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • verursachen beim Kaninchen nur selten Symptome, bleiben daher meist lange Zeit unbemerkt
  • reizen die Schleimhaut von Magen und Darm, zu Entzündungen führen und damit Verdauungsprobleme (wie Trommelsucht, Durchfall, Verstopfung beim Kaninchen) und kolikartige Bauchschmerzen
  • können den Verdauungstrakt des Kaninchens verstopfen und zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen
  • Würmer sind oftmals im Kot des Kaninchens zu erkennen
  • Juckreiz am After, sodass sich das Kaninchen dort häufig leckt

Schiefhalskrankheit (Encephalitozoon Cuniculi)


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Schiefhaltung des Kopfes
  • das Kaninchen erscheint apathisch, müde, lustlos
  • ständiges Kopfschütteln oder der Kopf wird in den Nacken geworfen
  • Gleichgewichtsstörungen: es kippt beim Putzen um oder läuft im Kreis
  • Lähmungen: das Kaninchen hinkt, lahmt, zieht die Beine nach
  • unkontrollierte Bewegungen: es dreht sich um die eigene Körperachse
  • Darmprobleme und/ oder abmagern mit ungeklärter Ursache
  • ein Auge fällt zu
  • Schreckhaftigkeit: das Kaninchen ist ungewöhnlich schreckhaft
  • starrer Blick: die Reflexe der Pupille funktionieren nicht mehr richtig
  • vermehrtes Trinken
  • plötzliches erblinden

Kaninchenschnupfen


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • die Nase sondert vermehrt Sekret ab, kann durchsichtig flüssig bis eitrig sein, verklebt häufig das Fell an der Nasenöffnung
  • ungewohnte Atemgeräusche durch die erschwerte Nasenatmung oder Atmung durch das Maul
  • Nase ist meist gerötet
  • Kaninchen wirkt apathisch, zeigt Fressunlust und hält den Kopf schief

Kaninchenpest (Myxomatose)


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Entzündung der Augenlider: Das Kaninchen kann die Augen nur noch schwer öffnen; die Augenlider sind gerötet
  • Tränenfluss, Augenausfluss beim Kaninchen Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Kaninchen: Die Augen des Tiers sind vereitert
  • Es finden sich Schwellungen an Mund, Nase, Ohren und Pfoten, welche sich teigartig anfühlen (Myxödeme)
  • An einigen Stellen können Hautknötchen auftreten, die teilweise wieder narbig abheilen
  • Die Region von After und Genitalien ist gerötet und geschwollen; in einigen Fällen sind die Hoden des Rammlers entzündet (Orchitis) Das Kaninchen hat Schwierigkeiten zu schlucken und zu atmen
  • Das Kaninchen wirkt apathisch; es zeigt Fressunlust und trinkt wenig
  • Die Myxomatose kann wieder ausheilen (Spontanheilung); sie verläuft für Kaninchen jedoch oftmals tödlich

Haarlinge


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • starker Juckreiz auf der Haut
  • Kaninchen wirkt unruhig, kratzt und reibt sich oft
  • bei starkem Befall Schuppenbildung und offene Wundstellen möglich
  • Parasiten und Eier mittels einer Lupe erkennbar

Haarausfall (Alopezie)


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Fellwechsel, etwa von Winterfell auf Sommerfell
  • Ansteckung mit Hautparasiten, z.B. Läuse, Flöhe, Milben (Ohrräude beim Kaninchen)
  • Wurmerkrankung beim Kaninchen
  • Fliegenlarven-Befall (Myiasis) beim Kaninchen
  • Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen beim Kaninchen
  • Allergie, z.B. gegen Bestandteile der Einstreu
  • Hormonstörungen des Kaninchens
  • Trächtigkeit und Scheinträchtigkeit beim Kaninchen
  • Umweltgifte, Mangelerkrankung
  • Verhaltensstörung durch Einsamkeit oder Stress

Grützbeutel (Atherom)


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Ein tastbaren, derben Knoten unter der Haut
  • Durch das dichte Kaninchenfell ist oft ein „Hubbel“ sichtbar
  • verursacht keine Schmerzen oder andere Einschränkungen
  • es kommt zu einem schmerzhaften Abszess wenn das Kaninchen an der Stelle kratzt oder sich anders verletzt

Durchfall (Diarrhö)


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Futterumstellung: Das Kaninchen hat einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt. Erhält es ungewohnte Kost, kann dies die Darmflora stören oder den Darm reizen. Eine Futterumstellung ist eine häufige Durchfall-Ursache beim Kaninchen.
  • Ernährung: Frisst das Kaninchen viel Getreide, verändert dies die Darmflora. Durchfall kann die Folge sein.
  • Fressunlust: Verweigert das Kaninchen das Futter, ist die Verdauung gestört. Die restliche Nahrung verbleibt dann zu lange im Darm und gärt (Fehlgärung). Dies reizt den Darm und es kann zu Durchfall beim Kaninchen kommen.
  • Infektionen: Eine Ansteckung, zum Beispiel mit Viren (z.B. Coronaviren, Rotaviren), Bakterien oder Würmern (z.B. Fadenwürmer), löst oftmals eine Darmentzündung und Durchfall aus. Vor allem junge Kaninchen sind anfällig für Infektionen, die zu Durchfall führen. Vergiftungen beim Kaninchen: Kaninchen können sich an Zimmer- und Gartenpflanzen vergiften. Zwar sind Kaninchen wählerisch bei der Futterwahl, was sie vor Vergiftungen schützt. Dennoch knabbern sie gerne und nagen auch giftige Pflanzen wie Oleander oder Alpenveilchen an, die unter anderem zu Durchfall führen können.

Clostridien-Infektion


Folgende Ursachen/Symptome beim Kaninchen deuten auf eine Erkrankung hin:
  • Wässriger, schleimiger und übelriechender Durchfall sowie ein extrem aufgeblähter Bauch und Fressunlust
  • Apathie, Bewegungsunlust
  • führt bei Nichtbehandlung zum Tod