Gesundheit und Pflege


Die Grundlage für ein langes, gesundes Kaninchenleben konnten Sie bereits auf diesen Seiten nachlesen- ein Leben in Gemeinschaft, mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung stellen mit Sicherheit die wichtigsten Eckpfeiler dar.

Darüber hinaus sollten Sie noch einige Punkte berücksichtigen, die Ihrem Kaninchen helfen, gesund und munter zu bleiben. Kaninchen leiden still vor sich hin- dies gilt auch für erkrankte Kaninchen, denn in der Natur ist es notwendig für sie, ihre Krankheit so lange wie möglich zu verbergen, um weiterhin den Schutz der Gruppe zu bekommen. Und so bemerken wir Menschen die Krankheitszeichen oftmals erst, wenn es schon fast zu spät ist. Deswegen sollten Sie auch nie zögern, sofort mit Ihrem Tier zum Tierarzt zu gehen, denn zeigen die Kaninchen ihre Symptome erst einmal, dann bleibt meist nicht mehr viel Zeit. Es ist also für Ihr Kaninchen lebensnotwendig, dass Sie es gut kennen und beobachten, damit Ihnen veränderte Verhaltensweisen schnell auffallen.

Ist sein Fell glänzend und sauber?
Sind seine Augen klar?
Kommt es wie gewohnt zum Fressen?
Frisst es in der gewohnten Geschwindigkeit?
Bewegt es sich normal?
Ist der Kot in Ordnung?

Pflege


Die Wichtigsten Pflegeaspekte bei Kaninchen sind die Krallen-, Fell- und Zahnpflege. Bei einem gesunden Kaninchen, mit einer Abwechslungsreichen Ernährung und reichlich Platz zum toben und nagen, sollte dies kein Problem darstellen. Durch rennen und spielen werden die Krallen abgenutzt und kurz gehalten. Das heißt:

Die Krallen

Auch die Krallen befinden sich in einem ständigen Wachstum. Wenn sie zu lang werden, kann das Kaninchen nicht mehr richtig auftreten und es kommt schnell zu Entzündungen. Aber Vorsicht: Wie ein Vogel besitzt auch ein Kaninchen Blutgefäße in den Krallen. Wenn Sie diese zu kurz schneiden, können Sie das Tier damit verletzten !!!! Spezielle Krallenscheren oder Krallenzangen bekommen Sie in der Zoohandlung bzw. beim Tierarzt. Sollten diese Sachen Ihnen Probleme bereiten oder wenn Sie unsicher sind, fragen Sie dort nach Hilfe und lassen Sie sich ruhig am Tier selber zeigen, wie das Krallenschneiden funktioniert. Helle Krallen lassen sich deutlich besser schneiden als dunkle Krallen, da man in ihnen die Lage der Blutgefäße besser erkennen kann. Manchmal hilf es, die Kralle von unten mit einer Taschenlampe anzuleuchten um alles etwas besser erkennen zu können. Bei starken Krallen lässt sich mit einer Krallenzange sorgfältiger arbeiten. Sie können auch einen rauen Steinturm (zum Beispiel Lavagestein aus dem Aquarienzubehör) in den Käfig bauen, um die natürliche Abnutzung zu unterstützen. Wenn die Kaninchen mit den Steinen spielen oder darauf herum klettern, nutzen sich ihre Krallen durch die Oberfläche automatisch etwas ab - so würde es sich auch in der Natur verhalten. Verletzen werden sie sich die Krallen aber nicht. Selbstverständlich muss der Turm einiges aushalten können und gefahrensicher sein. Im Freigehege des Gartens können Sie sich natürlich noch viel mehr einfallen lassen um Ihren Kaninchen eine natürliche Krallenabnutzung zu ermöglichen. Kommt es einmal zu Verletzungen der Krallen, halten Sie ein fusselfreies, weiches Tuch oder ein Papiertaschentuch darauf, bis die Blutung stoppt. Bei einem leichten Anschnitt braucht man anschließend keine weitere medizinische Versorgung. Tief gehende Verletzungen müssen ggf. vom Tierarzt behandelt werden, wenn sie nicht aufhören zu bluten.

Das Fell

Das Kaninchen ist von Natur aus ein reinliches Tier. Es putzt sich wie eine Katze durchaus selber, ansonsten hat es dafür (hoffentlich) einen Artgenossen zur Seite. Trotzdem liebt es die Fellpflege mit Bürsten und Kämmen für kleine Felltiere ganz besonders. Diese Streicheleinheiten stellen eine Extraportion Aufmerksamkeit für Ihr Tier dar. Die spezielle Pflege liegt ganz an der Rasse Ihres Tieres. Genauso die Beschaffenheit der Bürsten. Beim Fellwechsel gehen nicht nur Haare verloren, sie gelangen beim Putzen auch in den Magen. Ähnlich der Katze kann es zu einer Ballenbildung kommen. Nur, dass Kaninchen diese Ballen nicht freiwillig auswürgen. Auch das ist ein Grund für das tägliche Streicheln und Bürsten.
Kurzhaar: Beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst regelmäßig bürsten, damit die abgelösten Haare entfernt werden können. Ansonsten hilft ausgiebiges Streicheln, um lose gewordene Haare zu entfernen.
Langhaar: Bei dem langen Fell ist es schon aufwendiger als bei einem Kurzhaar. Tägliches kämmen ist ein unbedingtes Muss, damit das Fell nicht verfilzt. Am besten mit einem langzinkigen Kamm. Knoten und Verfilzungen müssen notfalls heraus geschnitten werden und wenn der Kot am Hintern klebt, dann hilft oft nur noch ein feuchter Lappen und notfalls die Schere.

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Die Zähne

Um es noch einmal anzusprechen: Das Hauptfutter Ihrer Kaninchen ist Heu! Heu ist nicht nur für den Darm unersetzlich - die Zähne reiben sich durch das ständige mümmeln des Heus ab, so kommt es bei Kaninchen die hauptsächlich mit Heu ernährt werden zu weniger Zahnfehlstellungen. Dafür sollten sie allerdings mit wenig oder gar keinem Trockenfutter ernährt werden, da das extrem starke und falsche Sättigungsgefühl die Heuaufnahme stark vermindert. Hartes Brot eignet sich nicht für Kaninchen. Ihre Zähne brauchen schon etwas, was nicht so leicht zerbröselt. Das Brot wandert aufgeweicht in den Magen und vermittelt den Tieren ein falsches Sättigungsgefühl. Nagersteine und Salzlecksteine sind bei einer artgerechten Ernährung nicht notwendig und sollten sogar vermieden werden, da ein Übermäßiger Verzehr gesundheitlich schaden kann. Statt dessen sollten viele frische Äste zur Verfügung stehen. Optimal ist zum Beispiel Haselnussholz. Wer seine Kaninchen artgerecht ernährt, wird wenig Probleme mit Zahnfehlstellungen bekommen. Trotzdem sollte der Tierarzt einmal im Jahr einen Blick auf die Kiefer werfen.

Vorsorge


Um Ihre Kaninchen vor den weit verbreiteten, gefährlichen und zumeist auch tödlich verlaufenden Viruserkrankungen zu schützen, ist es zwingend notwendig sie regelmäßig gegen Myxomatose und RHD impfen zu lassen. Der Impfschutz sollte das ganze Jahr über aufrecht erhalten werden und auch Wohnungskaninchen sollten unbedingt geimpft werden.
Um einen umfassenden Impfschutz aufzubauen, sollten die Kaninchen bei der ersten Impfung nach vier bis sechs Wochen nachgeimpft werden, nur so kann der Impfschutz zu fast 100% aufgebaut werden. Dann gilt es Myxomatose halbjährlich und RHD einmal pro Jahr regelmäßig nachzuimpfen- so sind Ihre Kaninchen das ganze Jahr rundum geschützt und glücklich!

Krankheiten


An dieser Stelle möchten wir kurz auf die Erkrankungen eingehen, da sie durch ihre sehr unterschiedlich auftretenden Symptomatiken leider oftmals nicht rechtzeitig von Kaninchenhaltern oder auch Tierärzten erkannt wird. Gerade ein schnelles Handeln ist aber für die Behandlung Ihres Kaninchens bei einer Erkrankung überlebenswichtig.